Goldkäfig

Goldkäfig, 2016, Acryl auf Leinwand, 30 x 40.

Die Arbeit macht wenig Spaß, einige KollegInnen sind nicht tragbar im eigenen Team, das Unternehmen entwickelt sich nicht weiter und dennoch gibt es die klare Entscheidung zu bleiben, die täglich angezweifelt wird.

Das Gehaltspaket ist mehr als ausreichend und fix, ebenso wie die Ärgernisse im Arbeitsalltag. Viele im Freundeskreis werden bewundert und beneidet für die Möglichkeiten, das Selbst wird bedauert, keine Wahl habend; die Perspektivlosigkeit bildet einen vermeintlich unüberwindbaren Goldkäfig.

Die Frage nach dem Traumberuf klingt so lächerlich wie eine klare Entscheidung dafür, dieser Arbeit nachzugehen um den eigenen Lebensstil zu halten und der Sinnerfüllung im Beruf den Rücken zu kehren.

Und doch fällt es schwer, zu sich selbst zu sagen, „Mir ist es egal, was ich mache, Hauptsache Geld verdienen.“ Sicherlich ist es nicht die einzige Wahrheit, die Erfüllung im Beruf zu finden. Möglicherweise bringt der Blick in den Spiegel „Wozu das alles?“ dann trotzdem die Erkenntnis, zu viel Zeit mit Themen und Tätigkeiten zu verbringen, die Freude und Sinn entbehren.

Die Zeit Online (20. August 2016) berichtet dazu: „Studien belegen, dass sich das Streben nach Reichtum negativ auf unsere Lebenszufriedenheit auswirkt. Wer finanzielle Ziele als zentralen Ausgangspunkt seines Handelns definiert, macht sein Lebensglück zwingend von extrinsischer Motivation abhängig. Laut der Selbstdeterminationstheorie, dem einflussreichsten Gedankengebäude der letzten 30 Jahre zur Frage, was Menschen im Kern antreibt, streben Menschen nach der Befriedigung von drei grundlegenden psychologischen Bedürfnissen: erstens Bindung an andere Menschen, zweitens Kompetenzerleben und Selbstwirksamkeit, und drittens Autonomie. Wenn wir uns also Tätigkeiten widmen, die eines oder mehrere dieser Bedürfnisse ansprechen, erleben wir dies als intrinsisch motivierend. Wir haben dann ein Flow-Gefühl und sind wie Kinder beim Spielen.“

Somit liegt es für mich recht nahe, Interessen und Leidenschaften auch mit dem Beruf zu verknüpfen. So simpel der Satz auch sein mag – Love it, change it or leave it – wenn’s gut sein soll, dann müssen wir unsere persönliche Komfortzone verlassen und mit dem Verändern beginnen. Unbewusste Ängste werden spürbar und an diesen zu arbeiten ist anstrengend. Doch der Gedanke an das Gefühl, dieses ferne Ziel zu schaffen, beflügelt. Anstrengung, Geduld und Durchhaltevermögen sind die Währung für dieses Glücksgefühl.

Die Welt außerhalb des Goldkäfigs fühlen und erleben zu wollen ist der erste Schritt um dann die Klarheit über gewünschte Veränderungen zu bekommen. Familie, Freunde, oder wenn es rasch und zielgerichtet vorangehen soll, begleiten Coaches um die Gedanken im Kopf zu ordnen um den Weg klar zu sehen.

Eine meiner Leidenschaften – die Malerei – soll in meiner jetzigen Arbeit als Coach Platz haben. So möchte ich euch immer wieder Werke, Skizzen, Bilder von besonderen KünstlerInnen, passend zu den Themen auswählen und auch meine eigenen Werke zeigen. Ich darf mit einem Bild von mir beginnen, das im Winter 15/16 zu diesem Thema entstanden ist: Goldkäfig, 2016, Acryl auf Leinwand, 30 x 40.

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